Branche:

Werbeagentur

Anlass:

erste Kündigungen ambitionierter Mitarbeiter wegen fehlender Aufstiegschancen

Herausforderung:

Unmut in der jüngeren Belegschaft (primär Generation Y und in Ansätzen bereits Z), zumal alle Führungspositionen auf absehbare Zeit besetzt sind und somit keine Aufstiegsperspektiven bestehen

Die hier intern und ohne externe Beratung gewählte Lösung:

Führungsspanne verkleinern, wodurch mehr Leitungspositionen auf der unteren Managementebene entstehen

Wie hätten Sie’s gelöst?

Schreiben Sie uns an schaetzlein@siris-systeme.de

Autor: Norbert W. Schätzlein, 05-2020

Bildquelle: Pixabay, Bildautor: Gerd Altmann, gemeinfrei, vielen Dank

Von einem Freund erreichte mich zum oben gewählten Praxisfall folgende interessante und kompetente Kommentierung, die hier im Ganzen wiedergegeben werden soll:

Hallo Norbert,

mit Interesse habe ich Deinen Artikel „Der Praxisfall und wie er intern gelöst wurde“ gelesen. Leider kann ich die gefundene Lösung nicht nachvollziehen.

Arbeitnehmer verlassen Unternehmen wegen ihrer Vorgesetzten bzw. wegen fehlenden Perspektiven. Dabei ist zu bedenken: beruflicher Aufstieg und berufliche Perspektive sind nicht das Gleiche. Leider wissen das viele Arbeitnehmer und -geber nicht und setzen das gleich. Die Aufgabe eines Vorgesetzten ist es, die gewünschten Perspektiven zu erkennen und mit den möglichen Perspektiven innerhalb des Unternehmens in Deckung zu bringen. So wird zum Beispiel in einigen Unternehmen zwischen personaler und technologischer, nicht fachlicher, Führung unterschieden.

Dein Beispiel zeigt, dass das betreffende Unternehmen zukünftig nur noch Häuptlinge und keine Indianer hat. Das wiederum führt dazu, dass sich „einfache“ Kräfte das Unternehmen verlassen oder nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Beides kann nicht im Interesse des Unternehmens sein, da Ressourcen-Verschwendung. Letztendlich führt es dazu, dass es nur noch Einmann-Abteilungen gibt. Ein Abteilungsleiter ohne Mitarbeiter. Es gibt jemanden der führt, aber niemanden der geführt werden darf.

Da die neuen Führungspositionen in der unteren Managementebene geschaffen wurden, kann sich ein weiteres Problem ergeben. In vielen Unternehmen sind die untere und mittlere Managementebene verantwortlich, dürfen aber keine Entscheidungen oder Maßnahmen treffen. Dieses kann zu Depressionen führen.

Aus meiner Sicht wurden mit der beschriebenen Lösung nur bisher unbekannte Probleme ins Haus geholt. Sollte ein Mitarbeiter als seine einzige Perspektive, oder auch Wunsch, nur eine Führungsposition haben, ist es evtl. besser ihn ziehenzulassen.

Falls Bedarf besteht, können wir uns gerne einmal über das Thema unterhalten.

Viele Grüße

Christoph

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