Coronavirus (COVID 19) setzt Menschen in Angst und Schrecken, führt vereinzelt zu Todesfällen, löst Panik und (auch) Hysterie aus (Stichwort Hamsterkäufe) und legt weltweit die Wirtschaft lahm. Das sind bedrohte Zeiten für Mitmenschlichkeit, Vernunft und nüchternes Kalkül.

VW stellt in Kürze die Produktion ein, Opel fährt sein Rüsselsheimer Werk kontrolliert zurück, um nur die heutigen Schlagzeilen zu nennen. Morgen werden wieder ganz andere Nachrichten über den Ticker laufen, die unsere Aufmerksamkeit binden.

Der Schutz jedes Menschenlebens ist fraglos das Gebot der Stunde. Daneben haben wir ein wirtschaftliches Problem, nämlich, wie gelingt es uns als Gesellschaft die Grundlagen der menschlichen Existenz aufrecht zu erhalten. Viele Unternehmen haben wenig finanziellen Puffer oder gar keinen. Sie werden den jetzigen Umsatzeinbruch nicht verkraften und insolvent gehen. In der Folge verlieren Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Wer sich heute nach einem neuen Job umsieht, hat wenig Aussicht auf Erfolg, es sei denn er bewirbt sich bei AMAZON (Schlagzeile von heute: AMAZON stellt 100.000 zusätzliche Mitarbeiter ein). Ohne Arbeitsplatz und Perspektive lässt sich der Lebensstandard kaum aufrechterhalten und die Kosten laufen ja bekanntlich weiter. Egal wie man es dreht und wendet, wir sind in einem Dilemma und Fehler sind unvermeidbar.

Das alles macht etwas mit uns und vielleicht rücken Menschen näher zueinander, vielleicht aber entsolidarisiert sich die Gesellschaft auch. Vergessen wir bitte nicht, dass ein insolventer Unternehmer kein Arbeitslosengeld bekommt. Ein Arbeitsloser kaum Chancen hat auf kurzfristige Wiedereinstellung. Hingegen laufen die Bezüge eines Beamten einfach mal weiter, Krise hin oder her. Es sind aber gerade die Beamten in der Politik, die jetzt Entscheidungen treffen müssen über das Wohl und Wehe von Menschen. Ihnen wollen wir ein paar Gedanken mit auf den Weg geben.

  1. Empathie ist gefragt, denn immer mehr Menschen haben massive Existenzängste;
  2. wir hören, dass Menschen mit geschwächtem Immunsystem am anfälligsten sind für COVID 19; wer gerade seine Existenz verliert, hat nun mal ein geschwächtes Immunsystem, was sonst?!
  3. große Unternehmen beantragen Staatshilfe und was machen die Kleinen?
  4. wenn die Umsätze wegbrechen, bleiben die Fixkosten, die die Luft zum atmen abschnüren;
  5. 10 Mrd. € Hilfe an Unternehmen in Bayern ist eine schöne Geste, aber sagen Sie bitte einmal kurz „Zisch“ und schon ist alles verdampft und in 14 Tagen können Sie die nächsten 10 Mrd. € nachlegen, wenn die Krise nicht gestoppt werden kann;
  6. 15 % aller Unternehmen sind sogenannte Zombie-Unternehmen (siehe und vgl. Markus Krall auf YouTube; unbedingt sehens- und hörenswert); sie sind nicht zu retten, werden aber über ihre Insolvenz einen Aufschrei in der Öffentlichkeit auslösen;
  7. öffentliche Kredite sind nur dann sinnvoll, wenn sie Unternehmen als Beteiligung zur Verfügung stehen, wodurch sie zum Eigenkapital gehören und Verluste damit verrechnet werden können;
  8. wir benötigen die nächsten Tage einen Insolvenzschutz für die verbleibenden 85 % der Unternehmen (bitte denken Sie daran: Lieferketten brechen zusammen, die Globalisierung ist in Teilen gescheitert, Geschäftsbeziehungen gehen verloren und was kaputt ging, lässt sich nur mit dem Faktor Drei an Investment reaktivieren);
  9. bitte bedenken Sie auch: es gibt jetzt kaum mehr Tabus, wenn es darum geht Menschen zu helfen, egal ob das die Gesundheit betrifft oder deren wirtschaftliche Existenz; Gesetze sind von Menschen gemacht und können von Menschen geändert werden, bitte bedenkt dies liebe Politik, wenn ich schon den ein oder anderen sagen höre: „aber das geht doch nicht …!“; wenn wir als Solidargemeinschaft – wir sind doch eine, oder?! – nur wirklich wollen;
  10. wir gehen jetzt in den deflationären Schock, behandeln ihn durch einen inflationären Schock (Druckerpresse läuft dann auf Hochtouren) und werden uns dann die Frage nach einem neuen Geldsystem stellen müssen (es bleibt zu hoffen, dass dann Markus Krall Recht bekommt mit seinem edelmetallgedeckten, neuen Geldsystem, sonst geht das Schlamassel wieder von vorne an);

Es ist mir klar, dass der eine oder andere nicht meine Sichtweisen teilt, aber es geht mir um den Menschen und ich halte es da dezidiert mit Dante Alighieri: „In der Hölle sind die dunkelsten Plätze für jene reserviert, die sich in Zeiten der moralischen Krise heraushalten wollen.“

Bitte bleiben Sie mir gesund!

Norbert W. Schätzlein, 17.03.2020, www.antaris.biz und www.siris-systeme.de

Foto: Virus – gemeinfrei